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Höflichkeit- selbstverständlich?!

Karten zum Weitergeben
Das Problem
Einfachste Höflichkeitsregeln müssen diskutiert werden, wie z.B. ob man sich bedanken sollte, wenn man etwas geschenkt bekommt, was einem nicht gefällt.
Ältere fühlen sich unangenehm berührt, wenn sie von Jüngeren geduzt werden, ohne dass dies vorher vereinbart wurde.
Es fällt schwer, sich zu entschuldigen.
Die Betroffenen reagieren in der Regel mit großem Ärger, ziehen sich zurück oder antworten mit Nachahmung und grüßen auch nicht mehr. Was wir hier in unserem Gemeindezentrum im täglichen Miteinander erleben, wird in ähnlicher Weise auch in Familien erfahren.
Die Höflichkeit gegenüber Fremden auf der Straße scheint noch allgemein anerkannt zu sein, die unter Menschen, die sich seit Jahren kennen, dagegen droht der Beliebigkeit anheim zu fallen. Wenn mir danach ist, grüße ich, wenn nicht, dann nicht.
Wir erleben so bei uns, wie das Nicht-mehr-Funktionieren dieser einfachsten menschlichen Umgangsformen zum Auseinanderbrechen von Gemeinschaften führt. Menschen, die sich fünfzig Jahre lang korrekt verhalten haben, verändern ihr Verhalten und meinen in vollstem Recht, andere jetzt so behandeln zu dürfen. Das gegenseitige Grüßen wird zu einem Gnadenakt bzw. Zeichen von Freundschaft oder sozialem Bündnis. Dass man sich gegenseitig seit Jahren kennt, reicht nicht mehr aus.
Unser Projekt „Höflichkeit – selbstverständlich?“
Wir wollen gegen diese Tendenzen etwas unternehmen und so unsere sozialen Gemeinschaften festigen. Dazu gehört
- das Problem zu benennen und das gegenwärtige Verhalten zu problematisieren,
- Wissen über diese Basis-Prozeduren menschlichen Verhaltens zu vermitteln,
- Wege aufzuweisen, wie Fehlverhalten auf unkomplizierte Art angesprochen werden kann.
Ziel ist es, mittels von Aktionstagen in Einkaufszentren und in anderen Institutionen, die Karten und mit ihnen die Höflichkeit und ein besseres Zusammenleben zu thematisieren, bekannt zu machen und die Karten über das Internet zu vertreiben.
Wir träumen von einer Plakataktion für Höflichkeit in ganz Berlin, ja sogar in ganz Deutschland.
Aus den Aktionen hoffen wir, zumindest einige Minijobs für die Aktiven hier vor Ort finanzieren zu können, für die, die bisher erwerbslos sind und die anfallende Arbeit bei uns leisten. Besser wären natürlich richtige Arbeitsplätze.
Mittels von Projektangeboten in Schulen, Kindergärten, Freizeiteinrichtungen usw. sollen die Karten vorgestellt, ihre Praktikabilität diskutiert und der Umgang mit ihnen geübt werden.
Die Idee besteht in folgendem:
Unsere Karten kann man bei Bedarf mehr oder weniger unauffällig demjenigen zustecken kann, der in einer der sozialen Basis-Prozeduren versagt hat.
Gerade in Gruppen ist es oft nicht möglich, spontan auf das Fehlverhalten Einzelner aufmerksam zu machen. Mit einer diskret überreichten gelben Karte fällt das Geschehen nicht unter den Tisch und der Ärger wird nicht mit nach Hause genommen, sondern konstruktiv artikuliert.
Die Formulierungen auf den Karten helfen dabei, die der Situation angemessenen Worte zu finden. Die Aussage ist kurz und mit einem Blick zu erfassen.
Es wird versucht, dem anderen nichts zu unterstellen, sondern ihm zu sagen, wie er auf mich wirkt und welche Gedanken ich mir um ihn mache.
Die Ich-Aussagen auf der Vorderseite nennen Tatbestände, die Du-Aussagen auf der Rückseite Eindrücke.
Der Konflikt wird als einmalige Verfehlung und nicht generalisierend angesprochen werden.
Kartenbestellungen, auch einzeln und künftig außerdem zu weiteren Themen hier:
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