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28. Station:  Am 11. April 2022 im Bibelcenter Berlin /der Freien Gemeinde Marzahn
in der Ahrensfelder Chaussee 142, 12689 Berlin

 

In Marzahn/West entlang der S-Bahn-Station Ahrensfelde existiert seit etlichen Jahren eine schmale Ladenzeile mit kleinen Geschäften – ein unerwartet gemütlicher Eindruck innerhalb der höheren Neubauten. Einer dieser Läden beherbergt seit 2009 etwas Besonderes.

 

 

Beim Eintreten in den Raum fiel uns gleich das große schöne Wandbild mit den 10 Geboten auf.

Aufgrund der Initiative von 4 Männern, die den Raum mieteten, entstand hier das Bibelcenter Marzahn, so zu lesen auf dem rechten Schaufenster. Auf ihrer Webseite heißt es dazu u.a.: „Das Bibelcenter-Berlin eine freie, überkonfessionelle theologische Ausbildungsstätte für Mission und Gemeindeaufbau mit integrierter Bibelschule."

 

Durch die S-Bahn gut zu erreichen, kamen bis zur Eröffnung des zweiten Standorts der Gemeinde im Oktober 2021 in Wilmersdorf die meisten Gemeindeglieder von weiter her.

Der Mietvertrag läuft noch bis April 2024. Dann wird sich entscheiden, ob dieser Standort hier am Stadtrand von Berlin aufgegeben werden wird.

Einer der Bibellehrer der Gemeinde, der hier in der Nähe wohnt, erzählte uns über den Ablauf der Gottesdienste Sonnabends von 11 bis 18 Uhr und der Arbeit an einer Bibelübersetzung, die inzwischen gedruckt bei Amazon zu kaufen bzw. als E-Book zu haben ist, die Nature23-Bibel. Mehr dazu auf ihrer Webseite.

Die drei in jedem Gottesdienst gelesenen Psalmen werden einmal im Jahr ausgelost, so dass alle 150 Psalmen einmal im Jahr vorkommen. Auf den 1. Psalm folgt ein Thoralesung, dann weitere aus den Geschichtsbüchern, aus den Weisheitsbüchern sowie dem Neuen Testament. Die Gemeinde beteiligt sich durch Fragen und Meinungsäußerung an der Erklärung der jeweiligen Texte. Zwischendurch gibt es auch Pausen, einen Spaziergang und die Möglichkeit, Kaffee zu trinken.

 

Für etliche Fragen, die wir im Anschluss an den Vortrag stellten, gibt es auch Antworten auf der Webseite, so zum Taufverständnis und Taufvollzug.

Wie schon die Feier des 7. Tages, des Samstags als Ruhe- und Gottesdiensttags zeigt, orientiert sich die Gemeinde sehr an den Riten und Festen zurzeit Jesu. So wird nicht Weihnachten und Ostern gefeiert, sondern jüdische Feste wie Pessach und das Laubhüttenfest. Um es möglichst ganz richtig zu machen, richtet man sich aber nicht nach dem jüdischen Kalender, sondern weil dieses erst von Hillel im 3. Jahrhundert festgelegt wurde, guckt man selbst am Himmel nach, wann Neumond ist und feiert dann „Neumond“ und rechnet selbst aus, wann das Passah-fest ist, sogar die Jahre seit Adam und Eva laut der biblischen Stammbäume – und hat so auch eine eigene Jahreszählung.

Ähnlichen Gemeinden gibt es nicht nur in Deutschland (ca. 5000 Gläubige), sondern auch in anderen Ländern. Man kennt sich zum Teil, aber ist nicht untereinander institutionell verbunden.

Die Gemeindeglieder halten sich an Essensregeln der Thora, so essen sie kein Fleisch von Schweinen, Hasen u.a. als unrein geltenden Tieren.