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3. Station: Gemeindehaus Berlin der Mennoniten-Gemeinde BB e:V.,
Rudolf-Leonhard-Straße 11, 12679 Berlin


Wegen der Corona-Bestimmungen mussten wir unsere für März geplanten Besuche absagen. So konnten wir erst nach den Ferien im August uns zum ersten Mal wieder an der Tram-Haltestelle Wuhletalstraße treffen. Es war einer der heißesten Tagen dieses Sommers. Deshalb mussten etliche der Interessierten absagen, dazu kam eine halbe Stunde vorher noch ein heftiger Regenguss. So waren wir dieses Mal nur zu fünft, die wir uns reich beschenkt durch neue Eindrücke und das Gefühl der Verbundenheit im Glauben nach rund einer Stunde wieder verabschiedeten.

 

Das Gemeindehaus Berlin der Mennoniten-Gemeinde BB e:V. befindet sich in der Rudolf-Leonhard-Straße , einer Querverbindung zwischen dem Blumberger Damm und der Lea-Grundig-Straße. Von der Tram-Haltestelle Bürgerpark der M8 und 16 ist man in wenigen Minuten dort, kommt aber zuerst an der großen Baustelle Karl-Holtz-Straße / Rudolf-Leonhard-Straße vorbei, wo zurzeit ein ganz neues Viertel gebaut wird.

 

 

Wer es nicht weiß, läuft vielleicht an diesem Flachbau vorbei, der früher mal ein Penny-Markt war und übersieht den Schaukasten in dem auf deutsch und russisch zu den Gottesdiensten mit Kinderstunde um 10 Uhr und zur Bibelstunde donnerstags um 18 Uhr sowie weiteren Gemeindeveranstaltungen eingeladen wird.

 

 

Innen wird man in einem großen Vorraum empfangen, der einlädt, erst einmal miteinander ins Gespräch zu kommen und den Kirchraum zu betreten, dessen weit geöffnete Türen mit so schönen Worten überschrieben sind:

 

 

Wir wurden von Artur, dem ehrenamtlichen stellvertretenden Ältesten durch das Haus geführt und staunten darüber was aus dieser Kaufhalle geworden ist: ein bestens eingerichtetes Gemeindehaus, in dem an alle gedacht wurde. Für die Kinder jeder Altersgruppe gibt es einen Raum, für die Mütter mit Kleinstkindern eine Stillmöglichkeit und den Blick in den Gottesdienstraum, natürlich mit Lautsprecher um das Geschehen verfolgen zu können. Daneben einen Raum für den Übersetzer. Denn jeder soll alles verstehen können: Was auf Russisch gesprochen wird, deutsch und umgekehrt.

Die Gemeinde hat außer diesem Standort noch ein Haus in Königs-Wusterhausen und in Waldstadt nahe Wünsdorf. Die Gesamtgemeinde hat 130 Mitglieder. Hierher nach Marzahn kommen regelmäßig um die 25 Gottesdienstbesucher. Doch ist das Haus dafür eingerichtet, dass bis zu 200 Menschen empfangen werden können, denn man besucht sich gern gegenseitig. Auch die Bielefelder Muttergemeinde mit über 2000 Mitgliedern gehört dazu. Ohne ihre Unterstützung bzw. aller Gemeindeglieder untereinander wäre das hier alles nicht möglich, nicht nur die bauliche und technische Ausstattung, sondern auch die Ausbildung der Prediger und Chorleiter und vieles mehr.

 

Die Gemeinde ist sehr offen für Gäste, die die Gottesdienst besuchen, auch die aus dem daneben gelegenen Flüchtlingsheim. Wir fragten danach, wie man Mitglied werden kann. Die Antwort lautete: Nur wenn die Gemeinde den Eindruck hat, dass man ein wiedergeborener Christ ist. So erzählt man seine Geschichte, wie man zu Jesus gefunden hat bzw. Jesus uns gefunden hat. Es wären tausend verschiedene Geschichten, die da schon erzählt wurden, denn jeder hat seine ganz persönliche Geschichte.

Die Mennoniten selber haben schon eine sehr lange Geschichte. Sie nennen sich nach Menno Simons, der in der Reformationszeit), der in der Reformationszeit als sogenannter „Wiedertäufer“ wie alle, die dazu gerechnet wurden, schwere Verfolgung auch von Seiten der Evangelischen erlebte. Auf der Suche nach einem Ort, wo sie so leben könnten, wie es Jesus in der Bergpredigt lehrt, kamen sie auch nach Russland und nun nach einer bewegten Geschichte ab den 90er Jahren wieder zurück nach Deutschland.

Beeindruckend war auch die Initiative der Interessengmeinschaft und des Vereins dafür, dass nicht nur der Turm wieder aufgebaut wurde, sondern dieser auch wieder eine Glocke erhielt. Zurzeit muss sie noch mit der Hand geläutet werden, was nicht jeder kann. So ist das nächste Ziel ein elektrischer Antrieb für die Glocke, wofür noch Spenden benötigt werden.

Im Gespräch wurde deutlich, welche eine Schwellenangst viele Einheimische haben, eine Kirche zu betreten und wie diese Kirche durch ihre Angebote hilft, dies zu überwinden.