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46. Station: Besuch des Evangelischen Waldkirchhofs Mahlsdorf am 20. September 2022

in der Rahnsdorfer Straße 30, 12623 Berlin

 

Das Eingangstor des Friedhofs mit seinen beiden Kreuzen weist ihn für Besucherauf den ersten Blick als christlich aus, wie auch sein Name: „Waldkirchhof“. Der Friedhof an der Dorfkirche Mahlsdorf war vor 100 Jahren für den schnell wachsenden Ort zu klein geworden. So erweiterte man ihn dank einer großen Spende hier am Ortsende.

 

 

Der Blick fällt sofort auf die Kapelle, zu erreichen durch diese Baumallee. Im Innern sieht man auf das Glasfenster, das an den gestorbenen – der Leib ist verhüllt nur mit einem Tuch - und auferstandenen Jesus erinnert, in dessen Namen hier von den Verstorbenen Abschied genommen wird.

 

 

Doch kann hier jeder bestattet werden, der es möchte. Davon erzählt die Ausstellung im Warteraum des rechten Seitenflügels der Kapelle:

 

 

An den Wänden wird von bekannten Mahlsdorfern erzählt, die hier auf dem Friedhof bestattet wurden. Viel Interessantes erfährt man dort über Menschen, die hier gewohnt und oft weit darüber hinaus bekannt waren. Es lohnt sich, die Zeit zu nehmen, das hier Berichtete in Ruhe zu lesen.

 

 

Am Schluss steht jeweils, wo das Grab auf dem Kirchhof zu finden ist.

 

 

Auch die bekannteste Mahlsdorferin Charlotte von Mahlsdorf/ Lothar Berfelde, der wir das Gründerzeitmuseum verdanken sowie ihr „gütiger Großonkel“ Josef Brauner, ein Entwicklungsingenieur, und der Historiker Jürgen Winkler, der Initiator des Fördervereins „Gutshaus Mahlsdorf“ werden hier vorgestellt.

 

 

Der erste katholische Priester der Mahlsdorfer Alois Schölzel wird ebenso geehrt wie evangelische Pfarrer der Gemeinde, Friedhofsverwalter, Theologieprofessoren, der bekannte Kantor der Gemeinde Theophil Rothenberg und Menschen, die sich lokal für Mahlsdorf engagierten wie der Ortschronist und Monika Murche als Naturschützerin.

 

 

Auch von der Geschichte des Friedhofs erfährt man einiges, so dass das Land dafür am 28. April 1923 vom Rittergutsbesitzer Heinrich von Treskow aus Dahlwitz der Mahlsdorfer Kirchengemeinde geschenkt wurde.

 

 

Draußen fällt uns zuerst ein kleineres Kriegsgräberfeld auf.

 

 

Auf kirchlichen Friedhöfen gibt es keine namenlosen / anonymen Bestattungen. So finden wir auch das Grab einer Frau aus unserer Gemeinde Marzahn/Nord, die hier als ehemalige Mahlsdorferin 2008 bestattet wurde.

 

 

Sie hatte es sich so gewünscht: nur Efeu.

 

 

Edith Gerecke war fast ganz blind, aber bei allen Gemeindeveranstaltungen immer dabei und darüber hinaus auch im Blindenverband engagiert. Sie ist uns als immer fröhliche und herzliche Frau im Gedächtnis, voller Vertrauen auf unseren Herrn und Heiland.

 

 

Relativ neu ist eine Gemeinschaftsanlage, in der man sich einen Stein mit jemand anderem teilen kann, so dass immer zwei an einem Stein bestattet werden. Allerdings weiß man ähnlich wie bei Stelen in der Regel nicht, mit wem man dann zusammen genannt wird.

 

 

Im Vergleich zu anderen Friedhöfen im Stadtbezirk fällt die Zahl der Kreuze auf den Grabstellen auf, hier in der Mitte des Bildes ein steinernes. Weiter hinten scheint etwas Besonderes auf:

 

 

Es ist eine gerade neu angelegte Grabanlage, bei der die Namen dann an diese Tafeln geschrieben werden, ein Betreten der Fläche aber nicht möglich ist, was ja bei Urnenfeldern auch sonst nicht erlaubt ist, aber oft doch gemacht wird, um Blumen abzulegen oder Kerzen aufzustellen.

 

 

Auch hier wieder Kreuze auf den Grabsteinen, wie auch auf dieser älteren Familiengrabanlage gleich am Eingang des Friedhofs am Hauptweg gelegen.

 

Auffallen auch immer wieder Bänke, die zum Sitzen und Verweilen einladen.

 

 

Die nächste Bank hier, auch am Hauptweg im Eingangsbereich gelegen, ist allerdings eine private. Da hat es sich ein Ehemann neben dem Grab seiner Ehefrau und seinem eigenen künftigen gemütlich gemacht. Ein Vogelhäuschen und ein Aschenbecher in Armhöhe erzählen davon, dass er hier gern etwas länger bei seiner Frau sitzt.

 

 

Zurück zum Ausgang fällt unser Blick auf den Engel und den so schön gestalteten Eingangsbereich. Ja, hier kommt man gerne hin, auch wenn der Weg etwas weiter ist, als zu anderen Friedhöfen des Stadtbezirks, gerade auch für uns Marzahner.

 

 

 

Im nächsten Jahr wird das 100jährige Bestehen des Friedhofs mit einer Andacht und einigen Veranstaltungen begangen werden.